Das Pendel der Geschichte

Trump, Le Pen, Wylders, Rechtspopulismus, AFD – schlägt das Pendel jetzt zurück?
Erschreckende Stichworte, die es schaffen, dass man sich um die Demokratie Sorgen macht. Wir leben seit geraumer Zeit auf einer Insel der Glückseligkeit. Die Menschenrechte scheinen uns in Beton gegossen – hierzulande. Die Nationen überwinden ihre Grenzen, bewegen sich aufeinander zu. Freier Handel, freie Menschen. Die, die in Not sind, erhalten Hilfe…
Das geht nun schon lange so, fast schon so lange, wie ich denken kann. Und immerhin fällt in diese Zeit einer der elementarsten Umbrüche der Menschheit, das Jahr 1989 und folgende.
Aber mal ganz ehrlich – soll das immer so sein, immer so bleiben? Ist nicht genau diese Zeit eine Gegenreaktion auf andere Zeiten? Gilt es nicht zu befürchten, dass all die „guten“ Jahre nun abgelöst werden durch mehrere „magere“ Jahre?
Ich denke, es gehört zur Geschichte der Menschheit datzu, dass nicht immer alles bleibt wie es ist. Vielleicht ist der Lauf der Menschheitsgeschichte ein wenig ähnlich dem hermeneutischen Zirkel – immer wieder neu hinterfragen, immer wieder neu herausgefordert werden und neue Antworten finden?
Zugegeben, es gibt vieles in der aktuellen Politik und Gesellschaft, das mir Angst macht. Aber das kann es doch nicht gewesen sein? Sollte uns nicht gerade die Geschichte „lehren“, dass man es besser machen kann? Dass man aufstehen kann für seine Rechte? Für seine Meinung? Wir haben die Fülle der Medien und ihrer Möglichkeiten, was hatten die Sozialdemokraten in der Zeit des Nationalsozialismus?…
Die vielen Pussyhats, die mutigen Rumänen, die sich gegen ihre Regierung auflehnen usw…. es gibt soviele Menschen, die etwas wagen, die etwas riskieren. Und wir? Wir erstarren in Ehrfurcht, in Angst, in zitternder Ungewissheit, weil ein Amerikaner, der Schwierigkeiten hat, die Grammatik und Orthographie seiner Muttersprache in twittergerechte Artikulation zu bringen, sich und seine Gedanken in seiner narzistischen Wollust in der Welt verbreitet… Das kann es nicht gewesen sein, nein. Lasst uns aufstehen und nein sagen. Ein „Nein“, das ein „JA“ zur Demokratie ist, zu den Menschenrechten, zu allem, was uns wert ist zu kämpfen.
Ein Pendel verlangsamt seine Bewegungen… Das gibt doch etwas Hoffnung, dass der aktuelle Ausschlag nach rechts (oder wohin auch immer) nicht so weit geht wie vor vielen Jahrzehnten schon einmal.

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